Viele Fortschritte und große Herausforderungen

08.07.2021 17:31 Uhr

Bergkamen liegt bei vielen zentralen Themen auf Kurs – so lautete zusammengefasst die wichtigste Erkenntnis eines Gesprächs von Bürgermeister Bernd Schäfer mit lokalen Medienvertretern im Bergkamener Rathaus. Schäfer hatte zu dem Gespräch einge-laden, um einen Überblick über aktuelle Aufgaben und Herausforderungen zu geben. Den Schwerpunkt legte er dabei auf Themen, die für die weitere Entwicklung der Stadt Bergkamen von besonderer Bedeutung sind: Erschließung neuer Gewerbeflächen und Wohngebiete, umweltfreundliche Mobilität, stabile Finanzen und Bildung.

Besondere Impulse erwartet der Bürgermeister in den nächsten Jahren insbesondere von den finanziellen Mitteln, die der Bund im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes jenen Regionen zur Verfügung stellt, die vom Ende des Steinkohlebergbaus betroffen sind. „Das ist kein Selbstläufer“, stellt Schäfer klar. „Die Kommunen, die um diese Mittel konkurrieren, müssen dafür auch etwas tun und in Vorleistung gehen.“ Genau das hat Bergkamen getan und mit insgesamt drei Projekten die erste Hürde im Bewerbungsverfahren genommen.

Räumliche Schwerpunkte der Erfolg versprechenden Initiativen, mit denen sich Bergkamen um Fördermittel bewirbt, sind die Fläche des STEAG-Kraftwerks in Bergkamen-Heil, der bis-lang ungenutzte Nordteil des Bayer-Standorts in Bergkamen-Mitte und ein als Labor- und For-schungsfläche ausgewiesenes Grundstück, welches das Bayer-Gelände mit der Werner Straße verbindet. Speziell an diesen Standorten will die Stadtverwaltung nachhaltige, krisen-resistente Unternehmen ansiedeln, Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und damit lang-fristig auch die Gewerbesteuereinnahmen steigern.

Einen ähnlich positiven Effekt erhofft sich der Bürgermeister vom Ausbau des touristischen Angebots. „Mit den bereits gestarteten und den weiteren, geplanten Aktivitäten entlang des Kanals sind wichtige Weichenstellungen erfolgt“, unterstreicht Schäfer mit Blick auf das neue Wohnquartier „Wasserstadt Aden“ und die Beteiligung an der Internationalen Gartenausstel-lung (IGA) Metropole Ruhr 2027. Einen kleinen Vorgeschmack darauf ermöglichte jüngst der Förderbescheid für den IGA-Radweg Bergkamen-Lünen: 1,2 Mio. Euro stellt das Bundesum-weltministerium zur Verfügung, um die Radverkehrsinfrastruktur rund um die Halde Großes Holz auszubauen.

Umweltfreundlich – so soll Mobilität künftig in Bergkamen gestaltet sein. Schäfer: „Das be-deutet vor allem, den Stellenwert des Fahrrads zu stärken und die erforderliche Infrastruktur bereitzustellen.“ Der IGA-Radweg und der Radschnellweg Ruhr (RS1), der im Süden und Osten über Bergkamener Stadtgebiet führt, seien dafür ermutigende Signale. Gleiches gelte für die hohe Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Fortschreibung des Radverkehrs-konzepts: Mehr als 130 Anregungen und Vorschläge sind bei der Stadtverwaltung eingegan-gen und fließen in die Planungen ein.

Ehrgeizige Ziele lassen sich nur mit einem solide finanzierten Haushalt erreichen. „Umso er-freulicher sind die Fortschritte, die Bergkamen in den vergangenen Jahren erzielt hat. Damit hat die Stadt finanziellen Spielraum für Investitionen gewonnen“, blickt Schäfer optimistisch in die Zukunft. Zuversichtlich stimmt ihn vor allem die Halbierung der Kassenkredite. Diese kurzfristigen Verbindlichkeiten hat die Verwaltung seit 2018 um 40 Mio. Euro reduziert. Auch wenn die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie und des Klimawandels noch nicht abzu-sehen sind, befindet sich Bergkamen damit in einer viel besseren Lage als noch vor wenigen Jahren.

Viel Positives tut sich auch in den Bergkamener Schulen – wenngleich die Herausforderun-gen in diesem Bereich unverändert hoch bleiben. Insbesondere die Instandhaltungs- und Mo-dernisierungsarbeiten erfordern auch in Zukunft hohen Einsatz. Personell ebenso wie finanzi-ell. Ein Schwerpunkt der laufenden Maßnahmen liegt auf der Digitalisierung. Sprich: auf der Anschaffung mobiler Endgeräte, der Anbindung an schnelles Internet und der Verkabelung innerhalb der Schulen, um die Voraussetzungen für moderne Unterrichtsformen zu schaffen und zu verbessern. Schäfer: „Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung für soziale Teilhabe. Gleichzeitig trägt sie erheblich dazu bei, den Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen. Der Ausstattung der Schulen gilt daher auch in Zukunft unsere volle Aufmerksamkeit.“

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