Mehrzweckwaffe auf dem Wasser

04.01.2022 06:12 Uhr

Nicht nur auf festem Boden, auch zu Wasser leistet die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen Erstaunliches. Schließlich gehört zu ihrem Einsatzgebiet auch der Datteln-Hamm-Kanal. Das dafür erforderliche Boot war nach 36 Dienstjahren allerdings reif für den Ruhestand – die Versorgung mit Ersatzteilen gestaltete sich zunehmend schwieriger. Anlässlich der kürzlich erfolgten offiziellen Übergabe des Nachfolgers betonte Bürgermeister Bernd Schäfer die Vielseitigkeit der Feuerwehr: „Die Kameradinnen und Kameraden erfüllen selbst höchste Anforderungen. Das neue Boot trägt dazu bei, diesen auch in Zukunft gerecht zu werden.“

Langeweile kommt bei der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen garantiert nicht auf. Dachstuhlbrand, brennender Elektroschrott, verrauchter Keller; Menschenrettung von einem Gebäude – alleine die Einsätze der vergangenen Tage zeigen die Vielfalt der Herausforderungen. Was die wenigsten wissen: Dazu gehören auch Einsätze auf dem Datteln-Hamm-Kanal. Die Einheit Rünthe, durch deren Einsatzgebiet der Kanal verläuft, ist darauf jetzt besser vorbereitet als je zuvor. Das in der Marina stationierte, 5,50 m lange und 100 PS starke neue Mehrzweckboot lässt keine Wünsche offen.
Eine Neuheit ist das Echolot, mit dem sich Körper unter Wasser orten lassen. Auch die beiden tragbaren Suchscheinwerfer sind beim Aufspüren vermisster Personen äußerst hilfreich. Ein echter Pluspunkt – zumal sich in Bergkamen infolge der Wasserstadt Aden und der zunehmenden Bedeutung des Tourismus künftig mehr Menschen denn je am und auf dem Wasser aufhalten werden. Natürlich kann das neue Boot auch löschen. Dafür stehen eine Tragkraftspritze sowie ein Tank für Wasser und Schaum zur Verfügung.

Aktuell gehen die meisten der rund 20 jährlichen Einsätze auf das Konto von Rehen und anderen Wildtieren, die in den Kanal stürzen. Deren Bergung ist dank der praktischen Bugklappe nun deutlich einfacher; die Tiere umständlich über die Bordwand zu hieven, gehört ab sofort der Vergangenheit an. Ebenfalls an Bord: Ein Rettungsbrett zum Transport von Verletzten – auch solchen, die an Stellen des Kanalufers verunglücken, wo sie ein Rettungswagen nicht erreichen kann.

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