Sarojini Naidu
„Die Hand, die die Wiege schaukelt, ist die Macht, die die Welt regiert.“
(englisch: The hand that rocks the cradle is the power that rules the world.). – Mit diesem Satz schloss Sarojini Naidu ihre Rede auf der Indian Social Conference 1906 in Kalkutta ab. Sie betonte darin die entscheidende Rolle der Frauen für das Land und forderte die Männer auf, den Frauen ihre Rechte zu gewähren.
Sarojini Naidu (1879–1949) war eine bekannte indische Dichterin, Politikerin und engagierte Aktivistin. Ihre poetischen Werke The Golden Threshold (1905), The Bird of Time (1912) und The Broken Wing (1917) machten sie weltbekannt – ihre Sprache hat einen besonderen Rhythmus und einen fast gesanglichen Ton. Die Themen ihrer Gedichte sind vielseitig: von Natur und Liebe bis hin zu indischer Kultur und politischem Erwachen.
Sarojini Naidu war eine der wichtigsten feministischen Stimmen im kolonialen Indien und verband ihre Liebe zur Poesie mit einem unermüdlichen Einsatz für die Rechte der Frauen und die Unabhängigkeit Indiens. Sie kämpfte konsequent für das Wahlrecht der Frauen und gründete 1917 gemeinsam mit anderen Aktivistinnen die Women’s India Association, die sich für Bildung, Gesundheit und rechtliche Gleichstellung der Frauen einsetzte. Am Tag der Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien (15. August 1947) wurde sie die erste Gouverneurin eines indischen Bundesstaates (Uttar Pradesh).
Das Wandbild zeigt eine Nachtigall – ein poetisches Sinnbild für Sarojini Naidus eindrucksvolle Lyrik, die ihr den Ehrentitel „Nachtigall Indiens“ einbrachte.



