Fotoausstellung vom Träumen und Arbeiten
15.09.2026 13:24 Uhr
Was bedeutet Heimat? Wo beginnt Zugehörigkeit und was bleibt, wenn ein vertrauter Ort verlassen werden muss? Die Ausstellung Vom Träumen und Arbeiten von Emine Ercihan und Lukas Zander widmet sich vom 11. Oktober bis zum 6. Dezember 2026 im Stadtmuseum Bergkamen den Themen Sehnsucht, Arbeit, Migration und Heimat.
Ausgangspunkt der Fotoausstellung ist die Geschichte der Arbeitsmigration in Bergkamen. Zwei künstlerische Positionen nähern sich dabei aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage, was Menschen bewegt, wenn sie aufbrechen, ankommen und nach einem Ort suchen, den sie Heimat nennen können.
Emine Ercihan beschäftigt sich in ihrer Arbeit Antrag auf Arbeitserlaubnis mit Menschen der sogenannten „ersten Gastarbeitergeneration“. Die Künstlerin zeigt Porträts von Menschen aus ihrem privaten Umfeld und macht damit persönliche Erinnerungen und Erfahrungen von Migration sichtbar. Ihre Arbeit erzählt von Hoffnungen und dem Wunsch nach einem Leben voller Möglichkeiten, aber auch von Verlust und dem Zurücklassen vertrauter Orte. Heimat erscheint dabei nicht nur als etwas, das verloren gehen kann, sondern ebenso als etwas, das neu entsteht.
Lukas Zander richtet mit seiner Arbeit Eine tragische Liebesgeschichte vor traumhafter Kulisse den Blick stärker nach innen. Sehnsucht wird hier als emotionaler Zustand erfahrbar – als Suche nach Nähe, Identität und Geborgenheit. Im Zusammenspiel der beiden künstlerischen Ideen wird deutlich, dass Sehnsucht ganz unterschiedliche Formen annehmen kann: Sie kann existenziell, sozial oder persönlich sein.
Durch die Verbindung mit der Geschichte Bergkamens entsteht zugleich ein Dialog zwischen individuellen Lebenswegen und regionaler Identität. Die Ausstellung lädt dazu ein, über die eigenen Vorstellungen von Heimat nachzudenken und danach zu fragen, was Zugehörigkeit ausmacht.
Eine besondere Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung ist eine Lesung am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 19:00 Uhr im Wolfgang-Fräger-Raum des Stadtmuseums Bergkamen.
Zu Gast sind die Autorinnen Gamze Kubaşik und Christine Werner. Gemeinsam mit Semiya Şimşek haben sie das Buch Unser Schmerz ist unsere Kraft verfasst. Darin schildern sie die Ermordung ihrer Väter durch die rechtsextreme Terrorzelle NSU aus der Perspektive der Hinterbliebenen und erzählen von den tiefgreifenden Auswirkungen der Taten auf ihr Leben.
Die Lesung erweitert die Ausstellung um eine eindringliche Perspektive: die der Angehörigen rechter Gewalt. Fragen nach Heimat und Zugehörigkeit verbinden sich dabei mit Erfahrungen von Ausgrenzung, Verlust und gesellschaftlicher Verantwortung.
So wird sichtbar, dass Heimat nicht für alle Menschen selbstverständlich ein Ort der Sicherheit und Zugehörigkeit ist. Die Veranstaltung eröffnet einen Raum für unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven darauf, was Heimat bedeuten kann – und wie Zugehörigkeit erlebt, behauptet oder auch infrage gestellt wird.
Mit Vom Träumen und Arbeiten verbindet die Galerie „sohle 1“ damit Kunst, persönliche Geschichten und die regionale Vergangenheit Bergkamens mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Ausstellung und Lesung laden dazu ein, über Migration, Erinnerung, Verlust, Sehnsucht und die Bedeutung von Heimat ins Gespräch zu kommen.
Ausstellung Vom Träumen und Arbeiten
Emine Ercihan und Lukas Zander
11. Oktober bis 6. Dezember 2026
Ausstellungseröffnung 11.10.2026, 11:00 Uhr
Lesung Unser Schmerz ist unsere Kraft
Gamze Kubaşik und Christine Werner
Mittwoch, 28. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Wolfgang-Fräger-Raum im Stadtmuseum Bergkamen