Karimeh Abbud
„Jedes Bild, das eine Frau erschafft, ist ein Beweis ihrer Freiheit.“ (arabisch: كل صورة بُُدعها امرأة هي دليل على حريتها ). – Dieses Motto
wird Karimeh Abbud zugeschrieben und bringt ihre Pionierrolle als Fotografin zum Ausdruck. Ab den 1910er-Jahren arbeitete sie in Bethlehem, Jerusalem, Nazareth, Haifa und Yafa und porträtierte vor allem Frauen, Kinder und Familien.
Karimeh Abbud (1893–1940) gilt als die erste bekannte professionelle Fotografin Palästinas und wurde wegen ihres Fokus auf weibliche Porträts auch Lady Photographer genannt. Neben Porträts fertigte sie Landschaftsaufnahmen sowie Ansichten religiöser und historischer Stätten an, die unter anderem als Postkarten verbreitet wurden. Als eine der ersten Palästinenserinnen besaß sie einen Führerschein und ein eigenes Auto, mit dem sie sich frei in Palästina und den Nachbarländern bewegte. Erst seit den 2000er-Jahren wurden viele ihrer Fotografien wiederentdeckt, wodurch Karimeh Abbud international als Pionierin der Fotografie anerkannt wurde. Ihr fotografisches Werk bietet einen einzigartigen Einblick in das Alltagsleben Palästinas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und dokumentiert zugleich weibliche Perspektiven, die in der damaligen Fotografie kaum sichtbar waren. Seit 2016 lobt die Dar al-Kalima-Universität in Bethlehem einmal jährlich einen nach Abbud benannten Nachwuchswettbewerb für Fotografie aus.
Das Wandbild zeigt eine Camera Obscura, die symbolisch für Abbuds dokumentarischen Ansatz und ihre Arbeitsweise als Fotografin steht.
weiterführende Literatur:
Graham-Brown, Sarah (1988): Images of Women. The Portrayal of Women in Photography of the Middle East 1860–1950. Quartet Books. London



